Interview

Mag. Wolfgang Ziegler, Geschäftsführer des Happyland Klosterneuburg, im Corona-Gespräch

 

Zur Bekämpfung des Corona Virus im Jahr 2020 wurden auch der Sportstätte Klosterneuburg GmbH tiefgreifende Maßnahmen auferlegt. Mag. Wolfgang Ziegler erläutert im Interview die Situation im Happyland und die Auswirkungen der Krisenbewältigungsstrategie auf  BesucherInnen und MitarbeiterInnen sowie auf geplante zukünftige Investitionen.

Als Geschäftsführer der Sportstätten Klosterneuburg GmbH ist Mag. Wolfgang Ziegler seit 2018 für Management und Unternehmensstrategie des Sport- und Freizeitzentrums Happyland Klosterneuburg verantwortlich. Dem Sportexperten sind insbesondere die BesucherInnen des Happyland ein zentrales Anliegen. „Ein wichtiger Faktor für den Erfolg unseres Hauses und der Umsetzung der dahinterstehenden Philosophie sind zufriedene Gäste. Dahingehend fokussieren wir unsere Bemühungen täglich. Gemeinsam mit meinem Team setze ich auf Transparenz, Bedürfnisorientierung und optimierte Serviceleistungen.“

 

Welche Auswirkungen hatte der erste Lock-Down Mitte März auf das Happyland?

Ziegler: „Das Happyland war von den Einschränkungen des ersten Lock-Downs voll betroffen. Von heute auf morgen mussten wir schließen. Wo sich vorher über 1.000 SportlerInnen und FreizeitaktivistInnen täglich tummelten, war plötzlich Leere.“

 

Wie kann man sich die Situation in diesen Tagen im Happyland vorstellen?

Ziegler: „Arbeiten im menschenleeren Happyland war fast „gespenstisch“. Unsere Mitarbeiter im technischen Bereich absolvierten Ihre Rundgänge und kontrollierten 2 x täglich alle Werte. Sinnvolle Arbeiten konnten in diese Zeit verlegt werden, wie die jährliche Kontrolle der 800 Feuermelder im Haus.“

 

Welche Maßnahmen wurden in dieser Phase seitens der Happyland Geschäftsleitung umgesetzt?

Ziegler: „Zunächst wurde das System rasch „heruntergefahren“ und die Temperatur reduziert, vor allem in den Becken im Bad. Alle Mitarbeiter gingen in Kurzarbeit, um mitzuhelfen, die Krise zu bewältigen. Sofort nach dem Aufsperren konnte unser eingespieltes Team wieder losstarten.“

 

Wie wirkten sich die Einschränkungen auf die einzelnen Happyland-Bereiche aus?

Ziegler: „Die Verordnungen ermöglichten eine zeitlich unterschiedliche Öffnung der einzelnen Bereiche. Ab 8. Mai war Tennis im Freien erlaubt, ab 10. Juni sperrten wir das Bad auf. Im Sommer war das Happyland mit Ausnahme der Sauna offen. Vor allem aus wirtschaftlichen Gründen ließen wir uns 1-2 Wochen mehr Zeit mit der Öffnung.“

 

Welche Sicherheitsmaßnahmen wurden nach der schrittweisen Wiedereröffnung gesetzt?

Ziegler: „Aufgrund der guten Platzverhältnisse ist in allen Bereichen „Abstand halten“ gut möglich. Wir haben auf dem ganzen Areal Desinfektionsspender und Hinweise zu den geltenden Regelungen angebracht. Zudem haben wir Präventionskonzepte erarbeitet, um unseren BesucherInnen größtmögliche Sicherheit zu bieten.“

 

Welche Umsatzeinbußen hat das Happyland zu verzeichnen?

Ziegler: „Wir werden in diesem Jahr 40 % Umsatzrückgang verzeichnen. Noch im März haben wir ein erstes „Corona-Budget“ für den Eigentümer (Stadtgemeinde Klosterneuburg) erstellt, um die finanziellen Auswirkungen abzuschätzen. Im Nachhinein können wir sagen, dass diese erste Einschätzung im Großen und Ganzen zutreffend war.“

 

Welche Auswirkungen haben diese Einbußen auf die finanzielle Situation und den Eigentümer?

Ziegler: „Im Frühjahr konnten wir den Umbau mit einem Vergleich abschließen. Die Summe, die eigentlich für Investitionen vorgesehen war, wurde als Erlöseinbußenersatz herangezogen. Unser Team ging in Kurzarbeit, der Fixkostenzuschuss war leider für das Happyland nicht anwendbar. Jedoch dürfte der Umsatzersatz für den November-Lock-Down auch für das Happyland gelten. So gesehen gab es dieses Jahr keine zusätzliche finanzielle Belastung für den Eigentümer, deren Vertreter, Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und Sportstadtrat Christoph Kaufmann, uns in dieser Phase unterstützend zur Seite standen.“

 

Wie geht das Happyland mit dem November-Lock-Down um?
Ziegler: „Derzeit sind wieder alle Bereiche gesperrt, im Innenbereich ist Profisport erlaubt. Alle Betroffenen halten ihre Trainings unter Einhaltung ihrer Präventionskonzepte und Testungen ab. Ein Lichtblick ist der Eislaufplatz, Bewegung im Freien wird hoffentlich bald wieder möglich sein.“

 

Wie ist der Corona-bedingte Ausblick auf das nächste Jahr?
Ziegler: „Die Gemeinde wird den Sparstift ansetzen müssen. Unser Ziel ist es, unser Angebot genauso breit wie bisher beizubehalten. Als Geschäftsführer sehe ich es als meine Aufgabe, die Bedeutung, die wir als Sportstätte für die BürgerInnen haben, zu betonen.“  

 

Welche Verbesserungen erwarten die KlosterneuburgerInnen in den nächsten Jahren?

Ziegler: „Neben dem großen Investitionsvorhaben „Sauna“ stehen Verbesserungen für Kunden inklusive Effizienzsteigerungen (z. B. LED-Beleuchtung in der Tennishalle) auf dem Plan. Bei allen zukünftigen Investitionen ist es wichtig, dass diese die Kosten nachhaltig senken oder Mehrerlöse ermöglichen. Alle anderen (Investitions-) Entscheidungen wie z. B. die Erweiterungswünsche der sieben großen Vereine mit ihren weit mehr als 1.000 Mitgliedern sind dann letztendlich politische Entscheidungen bzw. Eigentümerentscheidungen, die in letzter Instanz der Gemeinderat treffen muss.“

 

November 2020

 

 

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